Abteilung "Kampfkunst"
bestehend aus:

  Sportgruppen Hara-Ki-Judo und:
Sportgruppe Jiu-Jitsu
 
 
Abteilungsleiter/-in Tel.-Nr. eMail-Adresse
Stephan Leifeld 02831/1323313
0177-4021733
stephan.leifeld@freenet.de
Übungsleiter- und Helfer/-innen
Berthold Werth

AKTUELLE INFORMATION:

"Berichte und News"


Was ist Hara-Ki-Judo?

Mit dem pädagogischen Angebot “Hara-Ki-Judo - Anti-Aggression, Selbstbehauptung und ganzheitliche Kampfkunst” wird ein Weg aufgezeigt, der in besonderer Weise für Kinder, Jugendliche und Erwachsene aller Altersgruppen geeignet ist, negative Energien wie Wut, Angst und Frustration in positive Lebenskraft umzuwandeln… 

Was die Umsetzung der Aikijitsu-Kampfkunst “Hara-Ki-Judo” im Alltag als sportliches Angebot bedeutet, kann man hier getrost von einer ganzheitlichen Gesundheitserziehung sprechen - im Sinne chinesischer oder japanischer Philosophie und Heilkunde. Wer im Laufe der Trainingseinheiten die Zusammenhänge erkannt hat, zwischen Selbstbehauptung und Anatomie, erkennt leichter auch die Auflösung von Blockaden zwischen Körper und Geist. Hier bietet dieser “sanfte Weg” eine Chance für die Gesundung in vielschichtigen Konstellationen.
Auf dem sanften Weg zu einem starken und in sich ruhenden Selbst bietet Hara-Ki-Judo allen Kindern persönliche Erfolgserlebnisse im Rahmen der individuellen Leistungsfähigkeit. Es sind Gürtelprüfungen möglich, die weltweit gültig sind und Anerkennung finden durch die Mitgliedschaft in traditionellen Verbänden wie beispielsweise die MAA International 1964.

Erster Aspekt einer guten Kampfkunst soll immer sein, den Kampf durch Deeskalations-Techniken zu vermeiden. So wie beim Iaido, wo die Schwertkunst die höchste Perfektion erreicht hat, wenn man das Schwert überhaupt nicht ziehen muss. Die Kombination der unterschiedlichen Wege (also “Do”) erfordert ein hohes Maß an Konzentration. So sind zwei zusätzlich erforderliche, gedankliche Ebenen die Chance über Gelassenheit und Konzentration tatsächliche Überlegenheit zu erreichen. Diese aus der Überlegtheit resultierende Überlegenheit führt zur Vermeidung von Gewaltakten. Auch das ist unter dem Aspekt der Gesundheitserhaltung nicht zu unterschätzen. 

Jeder Mensch verfügt über ein eigenes Potential an geistiger und körperlicher Kraft. Diese Kraft kann trainiert und somit auch für unser Bewusstsein ausgebildet werden. Dabei kann ein hohes geistiges Potential fehlende körperliche Kraft ersetzen - nicht aber umgekehrt. Hara-Ki-Judo bietet somit auch eine immense Chance für Kinder, die sich Übergriffen von Erwachsenen ausgesetzt sehen, oder beispielsweise für Senioren und Seniorinnen, die von jugendlichen Randalierern angepöbelt würden.

Techniken, das richtige Atmen, die Konzentration auf den eigenen Mittelpunkt und der Wille zu einer gelassenen Verteidigung sind der Weg, erfolgreich die negativen Energien eines Angreifers zu kontrollieren. Eine bereits eskalierte Situation erhält ihr Gleichgewicht zurück. 
Dem Verstand gelingt beim Training eine Art Atem-Pause vom Alltagsstress, um im erforderlichen Wechsel von Muskelkontraktion und -Entspannung regelrechte Glücksgefühle zu erreichen. Der Knochenapparat wird dann von Muskeln und Sehnen, die auf diese Art aufgebaut wurden, zum Einen viel besser umgeben, also geschützt. Zum Anderen bringen dann die Elemente aus der Aikido- und Judo-Fallschule die Chance, in unkontrollierten Situationen kontrolliert fallen zu können. Letzteres reduziert erheblich das Risiko von Unterarmbrüchen und Handverstauchungen.

Im japanischen Sprachgebrauch bedeutet das Wort HARA übersetzt Bauch. Knapp unter dem Bauchnabel nahmen Samurai und nehmen heute Kampfsportler/-innen an, ist das Zentrum der geistigen und körperlichen Kraft. Diese Mitte zu erkennen und die Kraft im Bewusstsein zu haben, ist der Weg, den Aikijitsu-Stilrichtungen seit Generationen aufzeigen: So lernt der Schüler und die Schülerin jeder Aggression (aber auch dem Unwohlsein, dem flauen Gefühl in der Magengegend) mit Hara zu begegnen. In dem die Macht gespürt wird - also die eigene, tiefe Kraft -, kann der Aggression entspannt begegnet werden. Wir lassen uns nicht von Angst und Wut bestimmen, sondern wir haben die Macht, uns selbst zu steuern.

Aufgrund dieser geschilderten Systematik wurde Hara-Ki-Judo in Asien als eine von sieben Judostilrichtungen zertifiziert. 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 


Was ist JIU-JITSU?

JIU- (gesprochen ”Dschuu”) bedeutet sanft, nachgiebig, bereitwillig. JITSU- (gesprochen ”Dschitsu”) bedeutet Kunst, Kampfkunst, Kriegstechnik.

Jiu Jitsu kann man sinngemäß übersetzen als ”die sanfte Kunst” der Selbstverteidigung.

Beim Jiu Jitsu wird der Angriff des Gegners ausgenutzt, um diesen gegen den Angreifer selbst zu nutzen und ihn zu überwältigen. Nach dem Prinzip ”Siegen durch Nachgeben” - bekannt auch aus dem Judo (sanfter Weg) - wird hier dem Angriff durch schnelles Ausweichen begegnet, durch den Einsatz einer Technik der Angriff abgewehrt und anschließend der Gegner kontrolliert.

Inhalt des Jiu Jitsu  ist eine umfassende, aus Japan stammende Kampfkunst, bei welcher Wurftechniken (Nage Waza), Grifftechniken (Katame Waza) und Schlagtechniken (Atemi Waza) eingesetzt werden können, wobei in den Hunderten verschiedenen Schulen (Ryu) und Stilrichtungen (Ryu-ha) unterschiedliche Technikgruppen bevorzugt werden.

So ist z.B. für ihre Schlag- und Festlegetechniken die Tenshin shinyo ryu bekannt, während die Wurftechniken eine Spezialität der Kito Ryu und der Yoshin Ryu darstellen und die Daito Ryu viele Gelenkhebeltechniken (Kansetsu Waza) lehrt.

Jiu Jitsu ist eine waffenlose Selbstverteidigung gegen verschiedene Angriffsarten. Die Angriffe können als Nah- oder Distanzangriffe, im Stand oder am Boden, bewaffnet oder unbewaffnet, erfolgen. Angriffe in der Nahdistanz sind z.B. Körperangriffe wie Körperumklammerungen, Würgegriffe, Schwitzkasten, Haarzug usw.. Unbewaffnete Distanzangriffe sind z.B. Faustschläge und Fußtritte und bewaffnete Angriffe erfolgen z.B. mit einem Kurz- oder Langstock, Messer, Schusswaffe oder mit alltäglichen Gegenständen wie z.B. einer Flasche oder einem Gürtel.

Die Abwehren gegen die verschiedenen Angriffe können durch Ausweichen, Blocken, Schlagen, Treten, Werfen, Hebeln, Würgen, Festlegen/Sistieren und Transportieren erfolgen .Sie erfolgen je nach Intensität des Angriffs durch Beachtung des Notwehrrechts, welches jeder Lehrer des DJJB kennen muss.

Durch regelmäßiges Üben dieser Kampfkunst wird eine körperliche Fitness und somit die Erhaltung der Gesundheit, eine Vervollkommnung des Charakters und der Persönlichkeit, das nötige Selbstvertrauen und die geistige Reife erstrebt.

Die geschichtliche Entwicklung des Jiu Jitsu

Der Ursprung des Jiu Jitsu ist nicht eindeutig, seine Wurzeln sind wahrscheinlich in Indien zu suchen. Ausgehend von der indischen Massagekunst entwickelte sich schon im Altertum eine Zweck bestimmte Kenntnis von Schmerz verursachenden Griffen. Vermutlich fand diese Kenntnis ihren Weg von Indien nach China. Dort wurden die Techniken von Angehörigen religiöser Kreise weiterentwickelt. Das Wissen um diese schmerzempfindlichen Punkte wurde vermutlich um 1600 nach Japan eingeführt.

Der eigentliche Begriff ”Jiu Jitsu” entstand erst im 18. Jahrhundert. Ursprünglich war Jiu Jitsu unter verschiedenen Bezeichnungen (Yawara, Aiki [ju] jitsu, Hakuda, Kempo, Kogusoku, Koshi no mawari, Kumi uchi, Tai jitsu, Torite, Shubaku etc.) ein Ausbildungsbestandteil der verschiedenen Kampfschulen der japanischen Kriegerklasse (Bushi, Samurai), neben den in der jeweiligen Schule gelehrten Waffentechniken und wurde im ”Bushido”, dem so genannten Ehrenkodex der Samurai festgelegt. Die Meiji-Periode (1868-1912) führte zum Niedergang der Samurai. Japan öffnete sich westlichen Einflüssen, vernachlässigte teilweise altes Brauchtum und schenkte auch den alten Kriegskünsten lange Zeit keine Beachtung.

Erst Ende des 19. Jahrhunderts wurde es wieder als traditionelles Gut in die japanische Kultur einbezogen, wobei der kriegerische Aspekt durch den sportlichen und geistigen ersetzt wurde.

Verbreitung des Jiu Jitsu in Deutschland

Der wichtigste Lehrer, der ins Ausland ging, war Katsukuma Higashi. Erich Rahn, der ”Meister der 1000 Jiu Jitsu Griffe” war Begründer des Jiu Jitsu in Deutschland. Er lernte hauptsächlich von Higashi. Er eröffnete 1906 in Berlin die erste Jiu Jitsu Schule Deutschlands. Bedingt durch die beiden Weltkriege gab es auch bei uns und Höhen und Tiefen zu überwinden.

1945 verboten die Alliierten durch das Kontrollrat-Gesetz die Ausübung des Jiu Jitsu. Erst in den 50er Jahren gelang es nach zähen Verhandlungen das Gesetz wieder aufzuheben. Seither hat sich Jiu Jitsu wieder stärker in Deutschland etabliert und es entstand eine Vielzahl von Verbänden, in denen Jiu Jitsu gepflegt und unterrichtet wird.

Heute wird Jiu Jitsu bei verschiedenen Militär- und Polizeieinheiten in seiner ursprünglichen Bedeutung als militärisches Nahkampfsystem, bzw. zur Erfüllung von Polizeiaufgaben eingesetzt, oder als zivile Selbstverteidigungsmethode gelehrt.

Jiu Jitsu ist auch die Quelle vieler neuer Kampfkunst-Formen. So entwickelte Jigoro Kano Ende des 19. Jahrhunderts das mittlerweile zur olympischen Disziplin gewordene JUDO (Jigoro Kano Ryu Jiu-Jitsu bzw. Kodokan Ryu Jiu-Jitsu bzw. Judo Ryu Jiu-Jitsu) vor allem aus den Jiu Jitsu Schulen Tenshin shinyo ryu undKito ryu. Morihei Ueshiba schuf sein AIKIDO in erster Linie aus dem Daito ryu aiki ju jutsu, und schließlich haben auch etliche Stilrichtungen des KARATE, welches generell allerdings eine andere Geschichte hat, ihre Wurzeln im Jiu Jitsu. Von den prominenteren Stilrichtungen ist hier vor allem das Wado ryu karate zu nennen, dessen Gründer Hironori Otsuka, Meister des Yoshin ryu jiu jitsu kempo war.

(Quelle: Deutscher Jiu-Jitsu-Bund, www.djjb.de)

Jiu Jitsu, das neue Sportangebot im TVE, wird in enger Kooperation mit den Judoka den Schwerpunkt auf Chi-Ryu Jiu-Jitsu, Aiki-Jiu-Jitsu und Yoshin-Ryu Jiu-Jitsu haben. Wir werden also die komplette Fallschule - wie beim Judo - unterrichten, zudem aber auch Karate- und Taekwondo-Schülern dort entgegen kommen, wenn es um effiziente und ästhetische Schlag- und Tritttechniken geht. Der verantwortliche Trainer Stephan Leifeld ist Träger des 6. DAN Aikijitsu, 4. DAN Judo und 3. DAN Jiu-Jitsu. Ihm zur Seit steht Deshi Markus Becker, Kampfsport erfahren in den Bereichen Taekwondo, Jiu-Jitsu und Judo.

 


www.tve-burgaltendorf.de/200_SPORTBETRIEB/201-01_sportabteilungen/201-01-208_kampfkunst.htm/aktualisiert: 23.01.2012